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Trainer Weitere Arten

teils psilocybinhaltig, teils giftig

Düngerlinge, Risspilze, Flämmlinge: die anderen Kandidaten

Panaeolus, Panaeolina, Inocybe, Gymnopilus

Gezonter Düngerling, Heu-Düngerling, Inocybe aeruginascens und Beringter Flämmling: welche Arten Psilocybin bilden, welche nur so gelten und wo sie wachsen.

Aktualisiert:

Außer den Kahlköpfen bilden in Mitteleuropa nur wenige Pilze Psilocybin. Eine Schweizer Analyse von über hundert europäischen Arten aus 18 Gattungen fand Psilocybin, Psilocin oder Baeocystin in drei Kahlköpfen, einem Düngerling, fünf Risspilzen und einem Dachpilz1. Nur zwei davon kommen laut der Studie in Mittel- und Nordeuropa in nennenswerten Mengen vor: der Spitzkegelige Kahlkopf und der Gezonte Düngerling.

Diese Seite stellt die Arten vor, die neben den Kahlköpfen am häufigsten genannt werden. Bei zweien ist die Lage eindeutig, bei zweien nicht.

Gezonter Düngerling

Der Gezonte Düngerling (Panaeolus cinctulus, früher P. subbalteatus) hat einen 1,5 bis 6 cm breiten, zimtbraunen Hut mit einem dunkleren Band am Rand. Er ist hygrophan: Nass wird der Hut rußschwarz, beim Trocknen hellt er von der Mitte her auf, und dabei entsteht das Band. Die Lamellen sind jung cremefarben, später schmutzig braun gesprenkelt und schließlich rußschwarz; das Sporenpulver ist schwarz2.

Er wächst auf Komposthaufen, gut gedüngten Rasen und in Gärten, nur selten direkt auf Pferdemist. Die Art ist weltweit verbreitet2. Sie enthält Psilocybin und wird in der Literatur als eher schwach wirksam beschrieben.

Für Sammler heißt das: Der Pilz steht oft im eigenen oder im Nachbarsgarten, zwischen anderen Düngerlingen, die kaum zu unterscheiden sind. In der Schweiz ist die ganze Gattung Panaeolus als halluzinogener Pilz verboten (siehe Rechtslage).

Heu-Düngerling

Der Heu-Düngerling (Panaeolina foenisecii) ist vermutlich der häufigste kleine braune Pilz auf Rasenflächen. Er erscheint vom Sommer bis in den Herbst, oft kurz nach dem Mähen, auch an Wald- und Wegrändern. Der Hut ist halbglockig, 1 bis 3 cm breit, feucht dunkelbraun, trocken lohfarben. Die Lamellen stehen weit, sind jung braun mit weiß geflockter Schneide und werden später schwarzbraun gesprenkelt. Die Sporen sind dunkelbraun und rau3.

Psilocybin wurde in ihm nur in einzelnen Funden aus den USA und Kanada nachgewiesen, anderswo nicht; ob er überhaupt zu Rauschzuständen führt, ist umstritten3. Er ist aber genau der Pilz, den Menschen auf einem Rasen für einen Kahlkopf halten. Gegessen werden sollte er nicht.

Inocybe aeruginascens

Unter den Risspilzen gibt es wenige Arten mit Psilocybin. Am bekanntesten ist Inocybe aeruginascens, beschrieben 1965 aus Ungarn. Sie wächst auf feuchtem, sandigem Boden zusammen mit Pappeln, Linden, Eichen und Weiden. Der Stiel verfärbt sich von unten her blaugrün, auf dem Hut entstehen grünliche Flecken, die beim Trocknen verblassen. 1982 wurden aus Ungarn 23 unbeabsichtigte Vergiftungen mit halluzinogenen Symptomen berichtet. Die Art ähnelt dem essbaren Nelkenschwindling4.

Wichtiger als diese eine Art ist ihre Gattung. Die meisten Risspilze enthalten Muskarin, und die Verwechslungsgefahr zwischen den wenigen psilocybinhaltigen und den stark giftigen Arten gilt als äußerst hoch5. Mehr unter giftige Doppelgänger.

Beringter Flämmling

Der Beringte Flämmling (Gymnopilus junonius) ist groß: Hut 5 bis 15 cm, gelborange bis gelbbraun, Stiel bis 20 cm lang und bis 3 cm dick, in dichten Büscheln an Laubholzstümpfen. Er schmeckt sehr bitter, das Sporenpulver ist rostbraun. Eine Schweizer Arbeit von 1985 fand Psilocybin und Psilocin in Fruchtkörpern; spätere Untersuchungen vermuten, dass dabei eine andere Art bestimmt worden war. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie führt ihn als Giftpilz6.

Was das für die Bestimmung heißt

Drei der vier Arten auf dieser Seite haben dunkles oder rostbraunes Sporenpulver, wachsen auf Rasen, Kompost oder Holz und werden von Laien mit Kahlköpfen in einen Topf geworfen. Keine davon lässt sich an einem einzigen Merkmal erkennen. Wie Fachleute vorgehen, steht unter Sicher bestimmen.

Quellen

  1. Stijve, T. & Kuyper, T. W. (1985): Occurrence of psilocybin in various higher fungi from several European countries, Planta Medica 51(5)
  2. Wikipedia (englisch): Panaeolus cinctulus
  3. Wikipedia: Heu-Düngerling
  4. Wikipedia (englisch): Inocybe aeruginascens, mit Verweis auf Drewitz und Babos (1982)
  5. Wikipedia: Risspilze
  6. Wikipedia: Beringter Flämmling