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Trainer Blauender Kahlkopf

psilocybinhaltig

Blauender Kahlkopf und der Gift-Häubling auf demselben Holz

Psilocybe cyanescens

Der Blauende Kahlkopf (Psilocybe cyanescens) wächst auf Holzhäcksel. Merkmale, der Verwandte Psilocybe serbica und warum der Gift-Häubling daneben steht.

Aktualisiert:

Der Blauende Kahlkopf (Psilocybe cyanescens) ist ein mittelgroßer brauner Pilz mit welligem Hutrand, der auf Holzhäcksel und anderen holzreichen Resten wächst, oft in Parks, an Wegrändern und in gemulchten Beeten. An Druck- und Bruchstellen färbt er sich deutlich blaugrün. Seine Vorkommen sind unstet, und sein Verbreitungsgebiet in West- und Mitteleuropa wird größer13.

Gerade sein Standort macht ihn zum Problem. Auf Holz und Mulch wächst auch der Gift-Häubling, und beide können nebeneinander stehen3.

Wie er beschrieben wird

Der Hut ist 1,5 bis 5 cm breit, jung kegelig, später flach und im Alter deutlich gewellt. Feucht ist er karamell- bis kastanienbraun und klebrig, trocken blass bis gelblich. Die Lamellen sind zimt- bis graubraun mit hellerer Schneide. Der Stiel ist weißlich, 5 bis 8 cm lang und 2 bis 5 mm dick; ein feiner, weißlicher Schleier hinterlässt keinen festen Ring13.

Das Sporenpulver ist schwarzbraun bis purpur. Die englischsprachige Fachliteratur nennt es für die Abgrenzung vom Gift-Häubling unverzichtbar, weil dessen Sporenpulver rostbraun ist3.

Wo und wann er wächst

Er braucht ligninreiches Material: Holzhäcksel, Holzreste, Pflanzenabfälle. Typisch sind städtische Beete, die mit Holzhäcksel abgedeckt sind, Ränder von Parkwegen und Ruderalflächen. Seine Fundorte sind unstet; eine Stelle kann im nächsten Jahr leer sein. Die Fruchtkörper erscheinen im Herbst, wenn die Temperaturen auf etwa 10 bis 18 °C sinken13. Ein Teil seiner Ausbreitung in Europa läuft vermutlich über gehandelten Holzhäcksel3.

In Deutschland wurde die Art in einer Göttinger Dissertation untersucht. 2012 wurde ein Beleg aus Hamburg als Epitypus festgelegt, also als Referenzexemplar für den Namen23.

Psilocybe serbica, der Verwandte im Wald

In Mitteleuropa wächst eine nah verwandte Art: Psilocybe serbica. Unter den Namen P. bohemica, P. arcana und P. moravica wurde sie in Tschechien mehrfach neu beschrieben, bis DNA-Analysen 2010 zeigten, dass es sich um eine einzige Art handelt4.

Sie wächst gesellig auf stark zersetztem Laub- und Nadelholz, gern an feuchten Stellen wie Bachufern, Waldwegen und Wegrändern, oft in der Nähe von Brennnesseln oder Brombeeren. Der Hut ist 1 bis 4 cm breit, das Fleisch verfärbt sich bei Verletzung blau. Die gemessenen Psilocybingehalte schwanken extrem, von nahezu null bis über 15 mg pro Gramm Trockenmasse4. Ein Fund sagt also nichts darüber, wie viel Wirkstoff ein Pilz enthält.

Warum Blau nicht reicht

Das Blau ist bei dieser Art auffällig, und viele Sammler verlassen sich darauf. Es zeigt aber nur, dass Psilocin zu blauen Farbstoffen oxidiert ist. Es sagt nichts darüber, welche anderen Pilze im selben Büschel oder auf demselben Beet stehen. Auch Röhrlinge ohne Psilocybin laufen kräftig blau an. Mehr dazu unter Sicher bestimmen.

Der wichtigste Doppelgänger hat damit nichts zu tun: Der Gift-Häubling verfärbt sich nicht blau, wächst aber im selben Lebensraum. Wer nur auf die Farbe achtet und ein gemischtes Büschel sammelt, nimmt ihn mit. Sein Gift, die Amatoxine, macht sich erst nach Stunden bemerkbar5. Details unter giftige Doppelgänger.

Rechtslage

Der Blauende Kahlkopf enthält Psilocybin und ist in Deutschland nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten; Besitz und Handel sind strafbar1. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Verbote, siehe Rechtslage.

Wer sich in den Niederlanden aufhält: Dort sind frische Trüffel legal im Handel. Über die Grenze mitnehmen darf man sie nicht.

Quellen

  1. Wikipedia: Blauender Kahlkopf, mit Literaturangaben
  2. Giessler, A. (2016): Psilocybe cyanescens in Germany, Dissertation, Universität Göttingen
  3. Wikipedia (englisch): Psilocybe cyanescens, Abschnitte Beschreibung, Lebensraum und ähnliche Arten
  4. Wikipedia (englisch): Psilocybe serbica, mit Literaturangaben zu Taxonomie und Wirkstoffgehalt
  5. Wikipedia: Gift-Häubling